Your Horse’s IQ – Blog 05 – Perception, senses

Your Horse’s IQ – Part 05

Der IQ Ihres Pferdes – Teil 05

  • In the last Blog we started looking at the sensory equipment the horse has for his perception – for if we don’t even know, how he sees the world, how could we shape our training cues efficiently?
  • We looked at his field of vision (and I referred you to Blog 11 of the series “Understand your Horse” for more detail).

Perceiving motion:

  • We learned that the horse sees most of his surroundings a bit out of focus. However, this is less important for a flight animal – more significant is that he is extremely good at picking up on motion!
  • Im letzten Blog hatten wir begonnen, die sensorische Ausrüstung des Pferdes zu betrachten, die ihm für seine Wahrnehmung zur Verfügung steht – denn wenn wir nicht mal wissen, wie es seine Welt sieht, wie könnten wir dann unser Training effektiv gestalten?
  • Wir hatten sein Blickfeld besprochen (und ich hatte Sie für Details nochmals auf Blog 11 der Serie „Ihr Pferd verstehen“ hingewiesen).

Wahrnehmung von Bewegung:

  • Wir haben gelernt, daß das Pferd das meiste seiner Umgebung ein bißchen unscharf sieht. Das jedoch ist für ein Fluchttier weniger wichtig – viel wichtiger ist, daß es unglaublich gut darin ist, Bewegung zu erfassen!
Beau has seen motion in the bushes, long before me! Beau hat eine Bewegung im Busch gesehen - lang vor mir!

Beau has seen motion in the bushes, long before me!
Beau hat eine Bewegung im Busch gesehen – lang vor mir!

  • I remember feeding my horses in their open shed, all noses in the buckets facing south, when suddenly all three of them got very excited and whipped around to the North. I stared and stared… and finally noticed, 300 meters down the field, a coyote slinking through the bushes! I’m still amazed, how they saw him – with their tails!!

Colour vision:

  • As to colour vision, we know that (where we have 3) the horse has only 2 visual pigments. A colour-blind person actually sees the world like a horse.  His world appears in shades of greyish-yellows, including orange and red tinges. A horse can clearly see blue.

Visual acuity:

  • This is the ability to distinguish – for example: can a horse discriminate grey lines from solid grey? Here there are very interesting tests, the result of which show that the horse’s acuity is actually better than that of cats and dogs.

For more particulars on this subject go to this lecture online: (copy and paste)

www.youtube.com/watch?v=rRAdVQYFGX4

Your horse’s reality happens in his brain:

  • Over and above all the physical components, which we can now measure scientifically, the picture which the horse has of reality, is something that is painted in his brain – it is a mixture of exterior stimuli with his own previous experiences and emotions. Every picture is seen in the context of the environment.
  • Ich erinnere mich, als ich meine Pferde in ihrem Offenstall fütterte – alle Nasen in den Eimern an der Südwand, als plötzlich alle drei höchst aufgeregt nach Norden herum schnellten. Ich starrte und starrte… und schließlich sah ich, 300 Meter weiter unten im Feld, einen Koyoten durch die Büsche schleichen. Ich bin immer noch erstaunt, wie sie den sofort gesehen haben – mit ihren Schweifen!!

Farbsehen:

  • Wir wissen, daß das Pferd  nur 2 visuelle Pigmente hat (wir haben 3). Eine farbenblinde Person sieht daher die Welt in den selben Farben wie ein Pferd. Seine Welt erscheint in grau-gelben Tönen mit einem Stich ins Rote. Blau kann ein Pferd klar sehen.

Visuelle Unterscheidung:

  • Damit meinen wir die Fähigkeit Unterschiede zu erkennen – z. B.: kann ein Pferd graue Linien von einer grauen Fläche unterscheiden? Hier gibt es sehr interessante Test die beweisen, daß visuelle Unterscheidungsfähigkeit im Pferd besser als bei Katzen und Hunden ausgebildet ist.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, schauen Sie ins Internet:

www.youtube.com/watch?v=rRAdVQYFGX4

Die Wirklichkeit Ihres Pferdes findet in seinem Gehirn statt:

  • Zusätzlich zu allen körperlichen Komponenten, die wir jetzt wissenschaftlich messen können, ist jedoch das Bild, das ein Pferd von seiner Realität hat, eines, das es in seinem Gehirn malt – denn es ist eine Mischung aus externen Reizen mit seinen eigenen Erfahrungen und Gefühlen. Jedes dieser Bilder steht immer im Zusammenhang mit der Umwelt.

Although Czar is totally used to bikes, he here cannot walk by one that is "dead" on the ground. Obwohl Czar total an Räder gewöhnt ist, kann er hier nicht an einem "tot" am Boden liegenden vorbeilaufen.

Although Czar is totally used to bikes, he here cannot walk by one that is “dead” on the ground.
Obwohl Czar total an Räder gewöhnt ist, kann er hier nicht an einem “tot” am Boden liegenden vorbeilaufen.

Changes in the context:

  • My horse Czar, whose favourite game had to do with bicycles, one day could just NOT walk past one – it was lying on the ground “dead” and he had not seen it in this context. I had to get off and we had to check it out from the start, like a totally new object!
  • When an object does not appear like it should, according to his previous experience, then it becomes a risk factor and has to be classified again! So with every change in orientation or location, every difference or modification, either of the object or the surroundings, one has to keep this in mind – particularly when setting up scientific experiments.

The visual perception is variable!

  • The conclusion is that the horse’s perception is variable! It is constantly adapted while the horse learns and gains more experience. It is also very individual – tied to one particular animal with his particular emotions.

The horse’s sense of Hearing:

  • Again, scientists can measure the impulses arriving in the horse’s brain by attaching electrodes to the skin behind his ears. The horse has 16 muscles (we only have 3) for each ear to move them with great agility and be able to catch sounds from all directions. There are 6 synapses from ear to brain and one can measure the change in voltage and record them in curves.
Änderungen des Kontexts:

  • Mein Pferd Czar, dessen Lieblingsspiel mit einem Fahrrad zu tun hatte, konnte jedoch eines Tages nicht an einem Rad vorbei gehen – denn es lag am Boden „tot“ und er hatte es noch nie in solcher Lage gesehen. Ich mußte absteigen und wir mußten es wie ganz am Anfang wieder erkunden, wie ein ganz neues Objekt!
  • Wenn ein Gegenstand also nicht so aussieht, wie es seiner früheren Erfahrung nach sein sollte, dann wird er wieder zum Risikofaktor und muß neu eingeordnet werden. Mit jeder Änderung in Position oder Richtung, jegliche Veränderung oder Unterschied in der Erscheinung, egal on des Objekts oder der Umgebung, muß man das beachten – vor allem, wenn man wissenschaftliche Experimente einrichtet.

Die visuelle Wahrnehmung ist daher variable!

  • Zusammenfassend muß man sagen, daß die ganze Wahrnehmung des Pferdes veränderlich ist. Sie wird, während das Pferd lernt und mehr Erfahrung sammelt, ständig angepaßt. Sie ist auch sehr individuell – zugeschnitten auf ein ganz bestimmtes Wesen mit seinen besonderen Gefühlen.

Gehör des Pferdes:

  • Wiederum können Wissenschaftler die Impulse, die im Pferdegehirn ankommen, mit an der Haut hinter den Ohren angeklebten Elektroden messen. Das Pferd hat 16 Muskeln (wir haben nur 3) an jedem Ohr, um es mit großer Beweglichkeit drehen und Geräusche aus allen Richtungen erfassen zu können. Es gibt 6 Synapsen vom Ohr zum Gehirn und man kann die Veränderung in der Elektro-spannung auf Kurven aufzeichnen.
HorseEarCombo
  • To test the horse’s hearing, he has to cooperate. So the tested horses learn to react to a cue from a loud speaker – and if they want to play the game (how to motivate them to do that you will read about in positive reinforcement!) they then press a panel, when he hears a sound – and this triggers a reward.

How loud does it have to be?

  • The frequency in kHz measures the hearing threshold, i.e. how loud the sound has to be before the horse can hear it.  4 kHz is most common for humans, and horses are very similar, only their hearing is not as good in low frequencies, but better than ours at high ones up above 16 kHz. So if you keep ultra-sound rodent repellent in barn, this might be a constant torture for your horse!

Where does the sound come from?

  • There are also experiments to test the localization of sound in horses. For this speakers are set up on the right and left, at first far apart, later they get moved closer together. Similar tests done with humans show that we can hear differences of about 1 degree (I certainly can’t!), when a pin gets dropped on a circle line. Cats and dogs can distinguish location changes of about 5 to 10 degrees, but horses only 20 degrees despite the fact that they can turn their ears!
  • Um das Gehör des Pferdes zu testen, muß es mitmachen. Die getesteten Pferde lernen also auf einen Reiz von einem Lautsprecher zu reagieren – und wenn sie Lust haben das Spiel mitzuspielen (sie dazu zu motivieren lernen wir unter positiver Verstärkung!) dann drücken sie auf einen Schalter, wenn sie den Ton wharnehmen – und das löst eine Belohnung aus.

Wie laut muß es sein?

  • Die Frequenz in kHz mißt die Hörschwelle, d.h., wie laut ein Ton sein muß, damit das Pferd ihn hören kann. 4 kHz ist bei den meisten Menschen die Schwelle, und Pferde sind ähnlich, nur daß ihr Gehör in den niederen Frequenzen nicht so gut ist, dagegen aber besser als unseres in den hohen über 16 kHz. Wenn Sie also einen Überschall Pestrepeller gegen Ihre Ratten im Stall installiert haben, dann machen Sie damit Ihr Pferd total verrückt!

Woher kommt der Ton?

  • Es gibt auch Experimente mit Pferden, die erforschen, wie gut sie einen Ton lokalisieren können. Dafür werden Lautsprecher rechts und links aufgebaut, zuerst weit voneinander entfernt, die dann immer weiter zusammengerückt werden. Ähnliche Tests mit Menschen zeigen, daß wir Unterschiede von etwa 1 Grad hören können, wenn eine Nadel auf einem Kreis fallengelassen wird (also ich kann das nicht!). Katzen und Hunde können Abstände von 5 bis 10 Grad unterscheiden, aber Pferde nur etwa von 20 Grad – obwohl sie ihre Ohren so schön drehen können!

With 16 different muscles, the horse's ears turn to where the action is. Mit 16 verschiedenen Muskeln drehen sich die Ohren dahin, wo was los ist.

With 16 different muscles, the horse’s ears turn to where the action is.
Mit 16 verschiedenen Muskeln drehen sich die Ohren dahin, wo was los ist.

  • And then you have to keep in mind during training that the horse’s hearing most definitively can also decrease with age! Now that Beau is going on 34 years of age, I realize how much more often I startle him when walking into his paddock – although I always call out to him first. When he is not facing me (and sees me), he simply does not notice my approach.
  • More important for our training purposes is the fact that your horse definitively knows your voice and responds to commands given by you differently than if I were to give them. He of course also recognizes the emotions which your voice carries – so keep your voice calm and friendly at all times – and as unemotional as possible, when you tell him NOT to do something. More about this later.

Tactile sense:

  • Another important component in training is to understand his ability to discriminate between various spots on his body for the accuracy of your touching aids! When you train your horse, you must know which ones of your given aids he can perceive (and how he perceives them) to achieve the desired results.
  • In his tactile discrimination the horse is quite precise (and the trainers with their aids often very sloppy). A horse can distinguish touches one inch apart as different – this makes him so easily trainable for dressage! But whether you touch here or there with your whip, whether you position your leg here or there, can only become meaningful to him, when you are very consistent with your aids.
  • Und dann sollte man beim Training auch daran denken, daß das Gehör des Pferdes definitiv auch mit dem Alter abnehmen kann! Jetzt, wo Beau auf 34 zugeht, sehe ich klar, daß ich ihn öfter erschrecke, wenn ich in sein Paddock gehe – obwohl ich ihn immer erst beim Namen rufe. Wenn er mich nicht sieht, bemerkt er mein Kommen einfach nicht mehr.
  • Für unser Training ist es wichtiger daran zu denken, daß Ihr Pferd ganz eindeutig Ihre Stimme kennt, und auf Stimmkommandos von Ihnen anders reagiert als wenn ich sie gäbe. Es erkennt natürlich auch die Emotionen, die Ihre Stimme trägt – halten sie sie daher immer ruhig und freundlich – und so unemotional wie möglich, wenn sie ihm sagen, daß es etwas NICHT tun soll. Mehr darüber später.

Tastgefühl:

  • Eine andere Komponente im Training ist es, vor allem für unsere Hilfengebung, die Fähigkeit des Pferdes zu kennen, mit der es die verschiedenen Stellen auf seinem Körper mit seinem Tastsinn unterscheiden kann. Man muß ja wissen, welche der Hilfen es überhaupt wahrnehmen kann (und wie es sie wahrnimmt), um die erwünschten Resultate zu erzielen.
  • In seiner Tastsinn-Unterscheidung ist das Pferd ziemlich akkurat (Trainer dagegen oft sehr schlampig mit ihren Hilfen). Ein Pferd kann Berührungspunkte unterschieden, die etwa 3 cm auseinander liegen – daher kann man es in der Dressur so leicht ausbilden! Aber ob man hier oder da mit seiner Gerte berührt, oder hier oder da sein Bein anlegt, kann für das Pferd nur bedeutsam werden, wenn Sie mit Ihren Hilfen ganz konsequent sind.

A horse can clearly distinguish between different touching points and what they mean - as long as you apply them clearly and consistently. Ein Pferd kann sehr gut zwischen verschiedenen Touchierstellen und was sie bedeuten unterscheiden - solange sie klar und konsequent angewandt werden.

A horse can clearly distinguish between different touching points and what they mean – as long as you apply them clearly and consistently.
Ein Pferd kann sehr gut zwischen verschiedenen Touchierstellen und was sie bedeuten unterscheiden – solange sie klar und konsequent angewandt werden.

Sense of smell:

  • The sense of smell is of course very essential to the horse, but less so, when we talk about training. So we will not discuss it here. Follow however the “horse etiquette” when meeting any horse – let him sample your smell (extend your hand toward him, softly blow into his nostrils, if he lets you come close).

Taste:

  • The last of the five senses that can scientifically measured (because without a doubt the horse also has a 6th sense, which we know very little about at this time!) is taste. For our training purposes it is mostly important to know what the horse likes – if you try to motivate him with treats he dislikes, you won’t get very far!

Factors effecting equine learning abilities:

  • After having acquired a better understanding of how the horse might perceive his world, us, and our strange requests toward him, the question remains:
  • how does the horse draw the conclusion that he found the “right” answer to those requests? How does he know the correct solution to what we would actually like to see as behaviour?

This is where we enter the actual discussion of HOW a horse learns – and how we therefore have to teach!

 

Read on !!!

Geruchssinn:

  • Für das Pferd ist der Geruchssinn natürlich ganz wesentlich, aber weniger, wenn man über Training spricht. Daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein. Man sollte aber die „Pferde Anstandsregeln“ befolgen, wenn man ein Pferd kennenlernt – lassen Sie es Ihren Geruch aufnehmen (die ausgestreckte Hand beschnüffeln, und blasen Sie sanft in seine Nüstern, wenn es Sie nahe ran läßt).

Geschmackssinn:

  • Der letzte der fünf Sinne, die wir wissenschaftlich messen können (denn ohne Zweifel hat ein Pferd auch einen sechsten Sinn, über den wir noch sehr wenig wissen!) ist der Geschmackssinn. Für unser Training ist hauptsächlich interessant, daß Sie wissen, was Ihrem Pferd schmeckt – denn wenn Sie es mit Leckerli motivieren wollen, die es nicht mag, werden Sie nicht weit klommen!

Faktoren, die die Lernfähigkeit des Pferdes beeinflussen:

  • Nachdem wir nun ein besseres Verständnis dafür haben, wie das Pferd seine Welt und unsere seltsamen Aufforderungen an es wahrnimmt, bleibt die Frage:
  • wie weiß das Pferd nun, daß es die richtige Antwort auf unsere Bitte gefunden hat? Wie erkennt es die richtige Lösung des Benehmens, das wir wirklich sehen wollen?

Damit treten wir in die eigentliche Diskussion ein WIE ein Pferd lernt – und wie wir daher unterrichten müssen!

 

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